Nachwuchsforschungsgruppe der Hans-Böckler-Stiftung

In den zurückliegenden Jahrzehnten sind in Deutschland weit mehr als hundert Menschen durch rechtsextrem oder rassistisch motivierte Straftaten ums Leben gekommen. In den polizeilichen Statistiken ist nur ein Teil dieser Fälle als politisch motiviert eingestuft worden. Häufig werden die Motive der Täterinnen und Täter nicht hinreichend aufgeklärt, unter den Teppich gekehrt oder schlicht nicht erfasst. Ein Langzeitrechercheprojekt von Tagesspiegel und ZEIT Online geht von mehr als 169 Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland aus, davon sind lediglich 84 offiziell anerkannt. In Nordrhein-Westfalen zählen die Journalisten mindestens 24 Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 und weitere acht Verdachtsfälle, davon sind lediglich elf von den Behörden anerkannt. Vor diesem Hintergrund haben Brandenburg und Berlin in den vergangenen Jahren als erste Bundesländer mehrere Dutzend Verdachtsfälle rechtsextrem motivierter Tötungsdelikte noch einmal wissenschaftlich untersuchen lassen. Auf der Veranstaltung werden die Forscher aus Brandenburg und Berlin über ihre Arbeit berichten. Darüber hinaus soll ein Blick auf einschlägige Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen geworfen werden.

  • Prof. Dr. Christoph Kopke, Professor für Politikwissenschaft und Zeitgeschichte, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
  • Dr. Michael Kohlstruck, Politikwissenschaftler, Zentrum für Antisemitismusforschung, Technische Universität Berlin
  • Ceren Türkmen, Soziologin, Institut für Soziologie, Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Hendrik Puls, Soziologe, Nachwuchsforschungsgruppe 020 der Hans-Böckler-Stiftung

Moderation: Heike Kleffner, Journalistin und Geschäftsführerin des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V.

11. März 2019 | 18 Uhr
Blue Square | Kortumstr. 90 | 44787 Bochum

Eine Veranstaltung des Lehrstuhls für Kriminologie der RUB, der Nachwuchsforschungsgruppe 020 der Hans-Böckler-Stiftung und des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V. in Kooperation mit dem Dezernat für Hochschulkommunikation der Ruhr-Universität Bochum. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, das Platzangebot ist aber begrenzt.

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